Alles schon mal gesagt, alles schon mal gehört? Ein Aufruf, Euer #Herzensthema in die Welt zu tragen.

Gerade habe ich mal wieder eine Podcast-Folge mit Mel Robbins gehört. Wer sie kennt liebt sie (das sind seeeeehr viele) oder hasst sie (weil sie echt nerven kann). Ich ertrage sie Tagesform-abhängig, beschäftige mich aber aus beruflichen Gründen gerne mit ihr, denn sie ist eine geniale #Selbstvermarkterin und jeder, der das Wort »#Authentizität« liebt, wird hier das Abbild dessen finden, was mit dem Wort gemeint ist.

Mel erzählte mal wieder etwas von Ernährung, Schlaf und Sport und wie dieser Dreiklang gegen Depressionen hilft. Wer sich mit der Krankheit bereits auseinandergesetzt hat, ob selbst oder im nächsten Umfeld, wird bereits davon gehört haben. Mel erzählt hier nichts Neues. Im Gegenteil: Der Grat zwischen Wissen und Binse ist recht schmal.

Alles schon mal gesagt, alles schon mal gehört.

Eigentlich muss man darüber gar nicht mehr reden, weiß doch eh jeder. An der Stelle beginnt zu oft bei uns der Zweifel, die Lustlosigkeit selbst etwas zu schreiben, mit dem eigenen Thema rauszugehen. Echt jetzt? Soll ich als Coach wirklich den hundertsten Artikel zum Thema Klarheit verfassen? Soll ich als Ernährungsberater*in der Welt erklären, dass Gemüse gesund ist? Und soll ich als Branding-Expert*in erneut etwas über #Storytelling posten?

Alles schon mal gesagt, alles schon mal gehört.

Was täglich Feed-auf und Feed-up durchdekliniert wird, existieren bereits seit Jahrtausenden. Platon setzte sich sein Leben lang mit der Frage nach dem Sinn des Lebens auseinander und würde heute einen phantastischen Berater und Podcaster à la Sinek abgeben. Und wer über Wertschätzung und Respekt respektive das Achten des Anderen schreiben möchte, muss nicht frustriert sein, wenn ihm Kants kategorischen Imperativ begegnet, wonach jeder so handeln solle, dass »… die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.« Die Wichtigkeit des Themas wurde ganz offenbar nicht erst im 21. Jahrhundert entdeckt.

Es ist also wirklich so: Alles schon mal gesagt, alles schon mal gehört.

ABER!

Nicht jeder von uns hat Kant gelesen, nicht jeder sich mit Platon auseinandergesetzt. Aus einem überzeugten Fleischesser kann mit der für ihn*sie richtigen #Ansprache zur richtigen Zeit am richtigen Ort und in der richtigen Gefühlszustand auf einmal Offenheit für die Vorzüge veganer Ernährung entstehen. Wer seit Jahren verpeilt durch die Gegend läuft, bei dem*der verfängt in einem kurzen Moment der Aufmerksamkeit etwas, was viel zu lange ignoriert wurde, weil auf einmal die Überschrift stimmt, weil das Bild zum Text triggert, weil man sich vielleicht gestern in der Bar mit jemandem darüber ausgetauscht hat und ein neues Bewusstsein dafür geschaffen wurde.

Wir kennen das alle: Ob Bibel- oder Kalenderspruch, ob LinkedIn Post oder Glückskeks – ach so Kluges prasselt täglich tausendfach auf uns ein. Das meiste wird gefiltert, da man es doch irgendwie weiß, da man es zig Mal gehört, gelesen, womöglich schon mal (halbherzig) ausprobiert hat. 

Aber auf einmal passiert etwas. Auf einmal verfängt etwas. Auf einmal verrückt dieses »Schon tausend Mal« vom Diffusen ins Klare. Auf einmal versteht man es, weil uns irgendwer im richtigen Moment auf die richtige Art und Weise angesprochen hat. Weil es jemand in Nuancen anders erklärt oder besonders einnehmend rübergebracht hat.

Und so lassen wir es auf einmal zu, zu uns herein, heißen dieses »Schon mal gesagt, schon mal gehört« willkommen, setzen uns intensiv damit auseinander. Auf einmal öffnen sich dadurch bei uns Türen, durch die wir gehen können. Dann passiert etwas, was wir »Entwicklung« nennen.

Und so wird aus einer scheinbaren Banalität etwas, was unser Leben bewegt, was uns ab sofort trägt.

Und deswegen, genau deswegen möchte ich Euch alle dazu motivieren: Veröffentlicht, was Euch am Herzen liegt. Schreibt, was Euch bewegt, redet über Euer Herzensthema. Bei irgendjemandem wird es verfangen.

Auch, wenn es schon tausendfach gesagt, auch, wenn es zigmal gehört wurde.

Oder um es mit Horaz zu sagen: »Sapere aude!« (Wage es, weise zu sein!)

#Branding #PersonalBranding #sichzeigen #vermarktung

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#Mut und #Angst: Ziemlich beste Freunde