Das #Logo. Über #Symbolik und #Emotionen und warum letzteres wichtiger ist.

Heute möchte ich Euch ein Stück meiner ganz eigene #Branding-Reise nehmen.

Es war noch nicht lange her, dass ich mein Logo von meiner derzeitigen Designerin abgenommen hatte. Doch bereits jetzt fühlte es sich nicht mehr stimmig an. Bei mir hatte sich so viel getan: mein Angebot hatte sich erweitert, die Kundenstruktur war diverser geworden. Ich fühlte mein Tun im Logo nicht mehr abgebildet. Die Feder, Sinnbild für mich als Texterin, war viel zu eng. Das weite Feld des #Brandings, das ich bearbeite, war überhaupt nicht ersichtlich. Der Wunsch, meine #Entwicklung auszudrücken, wurde immer stärker, besonders, nachdem ich in einem Vortrag zum Thema Branding unter anderem über die Wichtigkeit des Logos philosophiert hatte und mich Zuhörer*innen im Nachgang etwas ratlos zu meinem eigenen Logo befragten – wie peinlich! Und: Sehr typisch, dass man das, was man predigt, selbst nicht umsetzt.

Sofort setzte ich das Projekt Logo auf meine Agenda. Dabei dachte ich zunächst an ein smoothes Rebranding, wollte das Grundgerüst stehen lassen und nur kleine Änderungen vornehmen. Etwas ratlos kontaktierte ich eine liebe Freundin in meiner jahrelangen Zweitheimat Kapstadt – ein Herzensmensch (für mich) und begnadete Graphikerin. Alex ist wohl der geduldigste Mensch auf Erden, nach innen gekehrt, dabei unglaublich aufmerksam, jemand, der auch nur die kleinste Vibration um sich herum mitbekommt. Für eine Graphikerin, deren Job es ist, die Ideen und Emotionen anderer graphisch darzustellen, ist das so wertvoll wie die notwendige Kreativität und das Talent für die Gestaltung.

Zuerst schrieb ich ihr meine Entwicklung der letzten Jahre auf. Zuvor hatte ich tagelang das Netz durchwühlt, um das, was ich meinte ausdrücken zu wollen, zu finden: Ein Spotlight statt einer Feder (wegen Branding und so, danach steht man ja angestrahlt da) oder eine Figur, die erst verschwommen ist und dann immer deutlicher wird (versteht man sofort, Weg der Klarheit und so). Den Rest meiner kreativen Auswürfe erspare ich Euch an dieser Stelle.

Schließlich folgte ein Zoom-Meeting, in der ich Alex mit meinen tausend Ideen, Emotionen und Bilder bombardierte. Kennt Ihr das? Wenn das STOP-Schild nicht nur rot leuchtet, sondern geradezu wahnhaft blinkt und man dennoch versucht weiterzufahren? So ungefähr fühlte ich mich während des Briefings. Alex, der Profi, saß dabei in ihrem Büro in der 10.000 km entfernten Mother City und verlegte sich aufs Zuhören statt Zu-mir-durchdringen.

Nun, sicherlich war nicht alles umsonst, aber was schnell klar wurde: Ich versuchte an Stellen zu arbeiten, die nicht in meinen Kompetenzbereich fallen: Nein, ich bin keine Graphikerin. Aber ja, in deren Bereich fällt auch die Konzeption. Ihr meine Entwicklung von der Copywriterin zur Branding-Expertin aufzuzeichnen hätte vollständig genügt.

Doch auch wenn, wie erwähnt, Alex von der ruhigen Sorte ist, so unterbrach sie doch irgendwann meinen irren Redefluss. Sie hätte eine Idee … Es dauerte nicht lange und ich hatte eine – DEN! –  Entwurfsidee in meinem Postfach.

Ich weiß nicht, welchen Widerhall er bei Euch findet, doch bei mir löste es Tränen aus. Ja!!! Genau, das war es. Vielmehr: genau das war ich. Dieser Schwung, diese Dynamik! Ich fühlte mich – so pathetisch das jetzt klingen mag – befreit. Mit diesem Elan machen sich die grenzenlose Räume für Entfaltung auf, die ich verspüre und längst ausübe, die sich für meine Mandant*innen im Laufe der Zusammenarbeit aufmachen werden.

Schlagartig wurde mir bewusst, was ich in all meinen Vorüberlegungen völlig vergessen hatte: mich selbst! Ich war so auf die Visualisierung meines Angebots fixiert gewesen, dass ich erneut in die Falle getappt war, die schon beim ersten Logo zugeschnappt war: Ich wollte unbedingt mein Angebot in einem Bild ausdrücken. Doch genau das war mir doch viel zu schnell viel zu eng geworden und limitierte jegliche künftige Weiterentwicklung. Dabei ist mir dieser Punkt doch so wichtig: jeden Tag etwas Neues sehen, lernen, verstehen. Jeden Mandanten ganz individuell auf den Weg bringen. Für den einen setze ich gerade einen Podcast auf, für den anderen verantworte ich die Gründung einer neuen Unternehmens inklusive CI, aber auch Businessplan und dem Wunsch nach volldigitalisierten Abläufen. Dem nächsten manage ich seinen LinkedIn Account mit allen Posts, Likes, Kommentaren und Kontaktanfragen. Keine meiner Überlegungen dazu ist starr, sondern ergibt sich aus der vorher klar herausgearbeiteten Motivation des Auftraggebenden.   

Und Alex? Sie ist in meiner Ehrfurcht vor ihrem Können noch einmal gewachsen, denn sie hat das erkannt und ausgedrückt: »Alex, I love you!«

Der Rest war leicht. Alex‘ Einwand, dass auch die Farben viel zu undifferenziert sind, hätte es nach diesem Wandel kaum noch gebraucht. Wir suchten etwas sehr viel Kraftvolleres. Alex färbte meine schwungvoll designten Initialen in unterschiedliche Töne ein und bei »Viva Magenta« blieb ich sofort hängen – zwischen pink und rot, durchaus feminin, stark, leuchtend, lebendig.

Meine Logo-Reise: Vom limitierenden Bild in die persönliche Dynamik.

Und die Learnings?

  • Schuster bleib‘ bei Deinen Leisten: Denke nicht, dass Du schlauer bist als die Profis und überlassen ihnen das Feld. Aber bitte arbeite auch nur mit Profis zusammen.

  • Besonders, wenn Du Einzelkämpfer*in bist: Willst Du – ganz wie die »Großen« – Dein Angebot visualisieren oder Dein Angebot über Dich als Person mit all Deinen Emotionen, mit all Deiner Motivation vermarkten? Letzteres bedeutet, dass Du Dich einmal mehr mit Dir auseinandersetzen darfst. Das macht unglaublich Spaß (ganz bestimmt!) und schon steckst Du tief im Personal Branding-Prozess und findest zu Deiner Klarheit und Überzeugung.

  • Ganz grundsätzlich: Ich predige ständig, dass Emotionen so viel mehr Kraft und Macht haben als Informationen über das Angebot. Warum ist im Langnese Logo ein Herz statt eines Eis? Und die mit dem Logo für Nike seinerzeit beauftragte Carolyn Davidson sollte etwas designen, was Geschwindigkeit und Bewegung ausstrahlt – der Kern all dessen, was Sport ist. So kam es zu dem bekannten »Swoosh« und damit zu dem, was das Unternehmen an Gefühlen verkaufen möchte: Die Motivation, Sport zu treiben – »Just do it«. Von Sportbekleidung – das eigentliche Produkt – ist bei Nike an keiner Stelle die Rede.

    Ich freue mich so sehr, dass ich das, was ich immer predige nun auch für mich selbst gefunden habe. Ein perfektes Beispiel dafür, dass man Rat von außen holen sollte, egal, wie sehr Experte man (bei anderen) selbst ist.

Welches waren Deine Überlegungen, als Du Dein Logo gemacht / in Auftrag gegeben hast? Wie fühlt es sich heute für Dich an, wenn Du es betrachtest?

Oh, ein Letztes! Habe keine Angst vor Veränderung, wenn Du Dich mit Deinem Logo, Deinem Auftritt ganz allgemein nicht (mehr) wohl fühlst. Was bei mir als »ein bisschen Rebranding« gestartet ist, wurde zu einer totalen Neuerfindung. Das ist nicht ohne, aber allemal besser, als falsch am Markt verstanden zu werden. Der Rest ist Kommunikation :)

 

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Das Smartphone. Ein Appell für mehr Aufmerksamkeit.

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Erst das Branding, dann die Texte