Demut und eine große Vision gehören zusammen

»Wenn ich nur ein oder zwei Menschen mit meiner Idee inspiriere, habe ich schon viel erreicht«. Diese Aussage, vordergründig von Demut beseelt, begegnet uns oft. Viele von uns haben sie sicherlich schon mal selbst genutzt. Ich auch.

 Aber ist dem so? Sollten wir zugunsten der Demut unsere Ziele kurz stecken? Sieht das diese Tugend vor, die doch das Wort MUT in sich trägt?

Ich glaube, dass an keiner Stelle diese ganz und gar wundervolle Tugend der Demut will, dass wir uns kleine Ziele setzen – im Gegenteil.

Die Demut grenzt sich in erster Linie von einem allzu großen Ego ab. Wer demütig ist, geht respektvoll mit seinen Mitmenschen (und sich selbst!) um, erkennt die Stärken und Fähigkeiten anderer (und sich selbst!) an, trägt eine Offenheit in sich zu lernen und Fehler zuzugeben. Demut ist innere Stärke und Würde und ich würde gerne, auch, wenn es sich leicht pathetisch liest, anfügen: innere und äußere Harmonie.

Was hat das alles mit Vision zu tun?

Während Demut sich von der Angeberei abgrenzen möchte, will die Vision was Großes. Sie will viele statt nur ein oder zwei Menschen erreichen, etwas bewegen, statt nur zu rütteln, neue Horizonte öffnen statt nur einen Rahmen etwas zu vergrößern – und keinesfalls kurzsichtig sein. Die Stärke einer Vision trägt uns.

Und der Mut in der Demut befähigt uns, eine große Vision zu haben – und verkehrt sie nicht ins Gegenteil.

Eine Vision ist immer größer als die Idee selbst

Wie groß eine Vision sein kann lernen wir von den großen Visionären, die niemals nur wenige ihrer Mitmenschen erreichen wollten. Martin Luther King hat das mit seinem Traum von einer gerechten, gewaltfreien und humanen Gesellschaft geschafft. Im Business-Kontext war es – mal wieder –Steve Jobs, der mit seiner Vision von intuitiver und damit von Stolpersteinen befreiten, den Mensch in all seiner Kreativität bereichernden Technologie uns alle erreichte. Walt Disney hat mit seiner Vision von einer Welt der Phantasie die Unterhaltungsindustrie neu erdacht und jeder Generation Kultfiguren von Mickey Mouse oder Simba bis Elsa geschenkt. Und die Beatles? Sich einmal ihres enormen Einflusses bewusst, wollten sie mit ihrer Musik Liebe und Frieden in die Welt tragen: »All you need is Love« – da schwingt sehr viel Vision plus eine Menge Demut mit.

Zwar werden die meisten von uns mit ihren Ideen bis zu einem gewissen Grad bekannt werden, aber nicht in die Geschichte eingehen, doch macht das unsere Idee keinesfalls kleiner.

  • Wenn wir in unserem vergleichsweise kleinen Rahmen ein falsch verstandenes Demuts-Passepartout hinter unser Bild legen, dann setzen wir diese Tugend an der falschen Stelle ein. Denn dann machen wir unsere Vision klein, dann machen wir unsere Idee klein, dann machen wir uns klein.

  • Wenn wir unter dem Deckmäntelchen der Demut unseren Einfluss kleinreden, dann limitieren wir uns, unterschätzen, wie wertvoll es ist, dass wir unser Wissen, unsere Expertise, unsere Ideen weitergeben.

  • Wenn wir keine große Vision haben, dann verschließen wir unsere Augen vor den Möglichkeiten, die sich uns bieten.

Auf was möchten wir einmal zurückblicken? Diese Frage führt uns zu unserer persönlichen Vision. Wenn ich als Undine Zumpe glaube, dass in jedem von uns eine Idee steckt, die so gut ist, dass wir in der Lage sind die Welt zu inspirieren, dann ist es meine Vision so viele Menschen wie möglich erreichen, um ihre Ideen so klar und motivierend herauszuarbeiten, so dass jeder von uns davon profitieren kann. Jeden Tag stehe ich auf, höre Podcasts, lese Fachartikel über Branding und Persönlichkeitsentwicklung, diskutiere, halte Vorträge, um meine Idee nach außen zu tragen. Denn ich weiß wie unfassbar viel Mut und Selbstvertrauen und besonders viel Sinn es in unser Leben bringt, wenn das, was wir tun, in all seiner Klarheit leuchtet.

Die Welt ist so groß, wie wir sie sehen.

Sei demütig! Sei ein Visionär!

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»Sie sollten Vorträge über Motivation halten«

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»Was mache ich?« versus »Wer bin ich?«