Ich wollte schon immer Astronaut werden: Auf der Suche nach dem eigenen #Talent

Wann habt Ihr Eure #Berufung gefunden?

Oder lebt Sie schon? Arbeitet gerade daran? Das Gefühl, zu finden, für was man brennt und es dann auszuleben, ist schlicht unbeschreiblich – schön!

Anbei eine kleine, sehr persönliche #Motivationsgeschichte.

Polizist, Tierärztin, Lehrer. Wenn wir Kinder fragen, was sie werden wollen, dann zählen diese Berufe zu den häufigsten Antworten. Doch wenige Jahre später werden die Vorstellungen vage und ich kann mich nur an wenige Mitschüler*innen erinnern, die nach dem Abitur sofort und voller Selbstvertrauen wussten, welches Studienfach sie ergreifen oder welche Ausbildung sie machen werden, hatte kaum beneidenswerte Freunde*innen, die bereits dieses berühmte Brennen für ein Thema spürten, um ihre eigenen Talente wussten, zumindest sie sehr gut erahnten.

Wofür brenne ich?

Die eigene Neugierde plus eine gute Förderung von außen kann da viel Erhellendes dazu beitragen. Doch wenige Eltern sind Coaches, Lehrer haben kaum Zeit, ihre Schüler individuell zu unterstützen und nicht immer befindet man sich im richtigen Umfeld. Gerade hörte ich ein Interview mit Elke Heidenreich, die mit 15 Jahren das eigene, kulturell arme Elternhaus verließ, um sich in eine Familie einzuquartieren, in der es hunderte Bücher gab und der intellektuelle Diskurs gepflegt wurde – Resilienz-Forscher hätte wohl einen perfektes Studien-Objekt in ihr gefunden.

Ich hatte zwar das unendliche Glück, dass ich im besten Gymnasium der Welt zur Schule ging, dessen Direktor die Belange von uns Schüler*innen in den Vordergrund stellte und eine entsprechend motivierte Lehrerschaft anzog. Doch ich hatte gleichzeitig einen älteren, sprachlich überbegabten Bruder, hinter dem man nur verblassen konnte – die Rolle war besetzt.

Und so dauerte es 34 Jahre bis etwas ganz und gar Wunderbares passierte. Ich erhielt eine E-Mail eines Freundes, der beiläufig fragte, wie denn mein Wochenende so gewesen sei. Nun, ich hatte ein recht Bewegtes hinter mir und schrieb ihm davon in so blumig wie launiger Weise, mit meiner Liebe zum Detail nicht geizend. Die Antwort kam prompt: Er käme heute Abend vorbei, denn ihm wäre gerade eine Idee gekommen: Wir sollten zusammen ein Buch schreiben! Fand ich nett, gab aber sogleich zu bedenken, dass er sich doch lieber jemanden suchen solle, der auch schreiben könne. Unbeirrt von meinem Einwand kam er nach Büroschluss, schrieb drei Wörter auf einen Zettel und instruierte mich, darüber bis zum nächsten Tag einen Text zu verfassen: »Rechtfertigen Sie sich!« stand da. Pflichtbewusst, denn »totally GenX«, setzte ich mich an meinen Computer und schrieb eine Kurzgeschichte, die ich mit einem gewissen Unwohlsein – das daher rührte, dass ich meinte, mich auf fremdem, mir nicht zustehenden Terrain zu bewegen (Bruder und so, der Glaubenssatz saß tief) – noch am Abend abschickte. Am nächsten Tag kam er wieder und bat mich die Geschichte laut vorzulesen. Dann pinnte er sie mir über den Monitor gleich einem Beweisstück meiner Schreibkompetenz und äußerte die Bitte, diese nie wieder infrage zu stellen.

Was war nun wunderbarer: Jemanden zu kennen, der einem die Tür zu den eigenen, noch unbewussten Talenten öffnet? Oder diese endlich erkannt zu haben? Egal wie die Antwort lautet, ich bin ob des Resultats täglich erneut und von ganzem Herzen dankbar.

Von dem Moment an wurde meine Tastatur meine beste Freundin – und sie ist es geblieben. Wie andere Menschen Briefmarken, so sammel‘ ich Wörter und schöne Sätze. Stundenlang kann ich begeistert über Texten sitzen und wieder und wieder an Formulierungen feilen. Inzwischen bin ich verantwortliche Redakteurin für ein Gästemagazin für ein Luxushotel, habe gerade das zweite Auftragsbuch fertig geschrieben, verfasse Texte für eine PR Agentur über meine Herzensthemen Kunst und Kultur, Reisen und Wein. Im Personalmanagement gibt es keinen Sachverhalt, den ich in den 17 Jahren, in denen ich mein HR-Netzwerk management meetings vorangetrieben habe, nicht durchformuliert habe.

Lange habe ich mich damit beschäftigt, ob ich das in einem Land, das Befähigung in erster Linie über Abschluss-Nachweise anerkennt, überhaupt »darf«. Schließlich sei ich doch keine Journalistin. Unendlich viel Zeit habe ich dafür aufgewendet, gut geschriebene Artikel zu zerpflücken und ihren Aufbau zu studieren. Geschadet hat das wohl nicht, doch Sätze fließen bei mir einfach und meist ungebremst auf die Tastatur. Sie schreiben sich wie von selbst und manchmal bin ich selbst erstaunt, wenn ich am nächsten Tag eine Kurzgeschichte lese, die ich am Abend vorher noch spontan verfasst habe.

34 Jahre mag eine lange Zeit zur ersten Selbstfindung sein, aber umso schöner ist jeder Tag, an dem man sie ausleben kann.

Warum ich glaube, dies der Welt mitteilen zu müssen? Weil ich Mut machen möchte und motivieren: Es ist nie zu spät, ein schlummerndes Talent gleich einem einzigartigen Schatz zu heben. Inzwischen photographiere ich leidenschaftlich ohne bis heute zu wissen, was eine Blende ist – shame on me (lange nicht mehr gepflegtes Insta: undine_daniela). Und mit dem Feedback unzähliger Menschen, die ich in meinem Leben »nebenbei« gecoacht habe und gepaart mit meinen selbst gemachten Coaching-Erfahrungen plus täglich durch Podcasts und Fachliteratur angeeignetem Wissen, hat mich die Corona-bedingte Auseinandersetzung mit meiner Zukunft dazu gebracht, das Thema »Personal Branding« offensiv anzubieten. Zugegeben war es wieder einmal ein ganz besonderer Mensch, seit dreißig Jahren fester Bestandteil meines Lebens, der meinte: »Nu mach doch! Du kannst das!« Jeder Coach weiß, welch Glückseligkeit man in sich spürt, wenn man andere dazu gebracht hat, die eigene Motivation zu ergründen. Und so habe ich mich nun noch einmal neu erfunden, besser: weiterentwickelt, indem ich Fäden zusammengesponnen habe. Warum auch nicht?

Gibt es etwas Schöneres als seine eigenen Talente auszuleben?

Ich glaube fest daran, dass wir in jedem Alter (!) nochmal richtig wachsen und auch auf eine ganz neue Weise größer werden können. Egal, ob wir einst Astronaut werden wollten oder nach der Schule, noch gänzlich verpeilt, das – im Nachhinein gesehen – falsche Studienfach gewählt haben.

Es ist nie zu spät

Ach ja, wegen Alter und so: Mit über 50 nochmal was Neues anfangen? Mit 50 oder gar 55 haben wir noch gut und gerne zehn bis 15 Berufsjahre vor uns. Rechnet mal zurück statt nach vorne. Da waren wir 40 oder 45. Merkt Ihr gerade, dass der Rückblick zeigt, wie viel man in diesen Jahren erlebt, erarbeitet, erreicht hat? Was uns in der Vergangenheit gelungen ist, wird auch in Zukunft funktionieren. Wir haben es uns selbst ja bewiesen.

Und um das Ende dieses Artikels noch mit etwas Pathos zu firnissen: »Jeder Tag ist ein Geschenk. Nimm‘ es an, freue Dich darüber und packe es aus.«

#Talente #Motivation #Berufung #EsIstNieZuSpät #machDichaufdieSuche #trauDich

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Erst das Branding, dann die Texte

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Der innere Kritiker, der allerbester Freund.